Konferenz der Radwegekirchen am 7. Oktober 2014 in Kassel

8. Oktober 2014 epd

Angebot evangelischer Radwegekirchen soll weiter ausgebaut werden

Radwegekirchen dienen nach Einschätzung des Münsteraner evangelischen Theologen Erhard Holze der Entschleunigung und der Muße. Ähnlich wie die derzeit 40 Autobahnkirchen, die jährlich rund eine Million Besucher verzeichneten, erfreuten sich die an Fernradwegen gelegenen Gotteshäuser einer hohen Akzeptanz, sagte Holze am Dienstag in Kassel bei einer Konferenz für Verantwortliche der Radwegekirchen. Allerdings wäre es wichtig, für diese Angebote mehr Werbung zu machen.

Nach Angaben von Inken Richter-Rethwisch, die im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für den Bereich Tourismus zuständig ist, gibt es derzeit rund 200 Radwegekirchen in Deutschland, die sich auf die 280 Fernradwege mit mehr als 100 Kilometern Länge verteilen. Das Angebot solle weiter ausgebaut werden, sagte sie.

Andreas Janßen von der Evangelischen Landeskirche Anhalts wies darauf hin, dass Anregungen zur Öffnung von Kirchen für den Radtourismus oft aus der Touristikbranche kämen. "Wir haben da einen Schatz, den man auch mehr als den 3.000 eigenen Gemeindemitgliedern zur Verfügung stellen kann", sagte Holze. "Für viele ist heute der Raum wichtiger als die Zelebration des Wortes Gottes."

Neue Radwegekirchen erhalten von der EKD und einem "Versicherer im Raum der Kirchen" ein sogenanntes Starterpaket mit einem Gästebuch zum Eintragen von Gedanken und Bitten sowie kleine Publikationen wie etwa einen Reisesegen. Zudem wird den Kirchen ein einheitliches Signet verliehen. Es garantiert, dass die Kirche in unmittelbarer Nähe zu einem Radweg liegt, zwischen Ostern und Reformationstag tagsüber frei zugänglich ist und als ein geistlicher Raum dient.


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